Gut (?) gebrüllt … Ego!

Um es gleich einmal vorwegzunehmen:

Das Ego hindert uns an der persönlichen Weiterentwicklung …

… Ohne Wenn und Aber … Punkt!

Doch das hindert uns nicht daran, dem Ego einen Platz in unserem Leben zu geben … es erfüllt durchaus einen Zweck!

Beginnen wir einmal mit dem Begriff "Ego"

Das Ego ist jener Teil des ICH (der eigenen Identität), der fremdbestimmt ist. Es ist das „Fremd-ICH“, das „Aussen-ICH“, es ist jener Teil des ICH, der sich aufzubauen beginnt, sobald uns jemand sagt, was gut und richtig für uns ist. Diese Prozess beginnt in der Kindheit und setzt sich später fort …

… und es liegt offensichtlich in der Natur des Menschen, dass dieses Ego bald zum bestimmenden Teil unseres ICH und damit unseres Lebens wird.

Es wird zu unserem Antrieb.

Weniger offensichtlich ist – vor allem aufgrund der Einflussnahme des Ego – dass dies im Lebensverlauf zur Last für unser Wohlbefinden wird. Das Ego schiebt uns immer neue Symptome vor, um diese Wahrheit zu verschleiern. Alles andere ist „schuld“, sei es Stress, eine Erkrankung, ein Virus oder gar eine „schlechte Sternenkonstellation“ oder „negative Energie“.

Warum ist das so?

Das Ego mag einfach keine Veränderung. Das Ego fühlt sich wohl in seinem Hamsterrad. Es wird uns immer neue Möglichkeiten zeigen, dieses Hamsterrad zu einem Wohlfühlort zu machen, z.B. indem wir es neu dekorieren oder wir auch einmal Tempo herausnehmen bei unseren „Schritten nach vorne“.

Die Werkzeuge, mit denen das Ego das bewerkstelligt, sind übrigens Verstand und Vernunft. „Wie willst du deine Miete bezahlen, wenn du den Job jetzt aufgibst?“. Kennst du diese Stimme aus dem „Off“ bzw. aus dem „On“, wenn es aus dem Mund eines Menschen aus deinem Umfeld kommt?

Ist denn das so schlimm?

Fragen wie diese verdanken wir einer wunderbaren Eigenschaft, über die viele Lebewesen verfügen: der Neugier! Wir wollen Dingen auf den Grund gehen … wenn wir denn dann einmal soweit sind, diesen Grund auch zu erfahren.

Möchtest du darauf gerade keine Antwort (oder du kennst sie für dich bereits), kannst du übrigens gleich aufhören, diesen Beitrag zu lesen. Doch wenn dich das jetzt noch neugieriger macht … es geht schon weiter …

… und zwar ganz an der Quelle:

Schlimm ist gar nichts, denn Begriffe – eher Bewertungen – wie „Schlimm“ oder „Gut“ sind auch dem Ego entsprungen.

Der Verbleib im Ego bzw. im Hamsterrad hindert uns, wie oben erwähnt, an der persönlichen Weiterentwicklung (das ist die Weiterentwicklung in unserem „Inneren“ – im Geist, der Seele, auf feinstofflicher Ebene). Diese Weiterentwicklung verhilft uns über Erfahrungen zur Erkenntnis, was unsere wahren Talente, Möglichkeiten und Aufgaben im Leben sind.

Wenn du an dieser Erkenntnis interessiert bist, darfst du dich zuallererst mit deinem Ego auseinandersetzen und dieser Weg ist definitiv steinig und auch manchmal schmerzhaft. Daran führt auch kein anderer Weg vorbei, es gibt keine Abkürzungen. Es ist, um es so auszudrücken, der einzige Weg in einem engen Tal und du hast zu Beginn kein Ziel in Sicht … es ist in weiter Ferne.

Der "andere" Teil

Ich habe von „dem einen Teil“ geschrieben, denn da gibt es noch etwas! Tada: es ist das „Selbst-Ich“, das „Innen-Ich“ oder einfach das SELBST.

Im SELBST kommen wir auf die Welt und wir entscheiden selbst, ob wir in diesem reinen SELBST auch wieder unseren Körper verlassen … ob wir als „Grumpy old (wo)men“ gehen oder als „Weise Alte“ – um es einmal salopp auszudrücken.

Sprechen wir vom Verstand und der Vernunft als die Werkzeuge des EGO, sind es beim „Eigen-Ich“/dem Selbst das Herz und damit untrennbar verbunden die Intuition (die Stimme des Unterbewussten, in dem es sich das Selbst gemütlich macht, wenn sich das Ego zu sehr aufbläst).

Im Selbst, bei dem man – wenn man möchte – gerne auch noch einen „Inneren“ und „Höheren“ Anteil unterscheiden kann (eigene, individuelle Erfahrung trifft hier auf alle eigenen Erfahrungen im Kollektiv), liegen unsere wahren Talente, Möglichkeiten und Aufgaben verborgen.

Es sind die Schätze, die es zu heben gilt. Es ist alles da und braucht, sobald es uns bewusst ist, nur noch verfeinert und angewendet zu werden …

… doch genau HIER hat das EGO etwas dagegen und möchte uns ablenken, „mit wichtigen Ausbildungen, um etwas zu erreichen“ (beachte hier bitte das AUS in bzw. für die Bildung), mit der „Karriere“, mit möglichst vielen Freizeitbeschäftigungen und den damit verbundenen Terminen, mit Ängsten und Sorgen aller Art.

Dem Selbst ist das alles egal, es ist da und wartet, dass wir es bemerken.

Manchmal – wenn eine Aufgabe oder Möglichkeit ansteht – spricht es zu uns über unsere „innere Stimme“, manchmal stuppst es uns an, schickt uns ein Unwohlsein, manchmal stuppst es auch heftiger und wir werden so richtig krank … es sind Zeichen, die wir umso mehr beachten, desto bewusster wir werden …

… doch wir sind uns unseres Bewusstseins in der heutigen Zeit kaum bewusst, genau deswegen können „all diese merkwürdigen Dinge da draussen“ passieren.

Wie kann ich bewusster werden?

Wenn du dir diese Frage stellst, bist du noch immer sehr neugierig und/oder du hast deine Innere Stimme schon vernommen. Sei, wie es sei … du beginnst gerade dein Ego zu untergraben. 😉

Was ist dieses Bewusstsein? Es ist – wie der Name schon sagt – bewusstes SEIN, d.h. ein SEIN verbunden mit allen Sinnen (Hören, Sprechen, Riechen, Schmecken, Fühlen), mit Atem(be)zug, OHNE Erwartung … und zwar alles am besten gleichzeitig.

Puh, viel auf einmal … doch beginnen wir gleich mit der gute Nachricht: das Atmen wird uns schon einmal vom Selbst (bzw. „atman„, dem innsten Kern des Selbst, unserem Lebenshauch) abgenommen (wobei es auch – für „bereits Fortschreitende“ – Übungen gibt um das bewusste Atmen mit einzubeziehen … doch alles der Reihe nach!) …

… es folgt die weniger gute Nachricht: alles andere ist in Einklang zu bringen. Das ist gar nicht so leicht, denn wir sind es einfach nicht mehr gewöhnt. Das Ego hat zumeist ganze Arbeit geleistet und uns vom Bewusstsein weggetrieben, das Selbst hat sich, wie bereits erwähnt, ins Unterbewusste zurückgezogen.

Resultat: Wir hören, doch wir fühlen dabei nicht … wir schmecken, doch wir riechen nicht … wir sprechen, ohne zu(zu)hören …

… halten wir kurz inne: wie sieht es gerade aus mit Deja-Vu’s, kommt dir etwas bekannt vor?

*Kurze Stille*

Eine eigene Erfahrung dazu: mir haben bei meiner Bewusstseinsentwicklung nach einiger Übung verschiedene Meditations-Techniken geholfen, OHNE dabei bewusst das Ziel gehabt zu haben, durch Meditation bewusster zu werden … und „das ist der Schmäh dabei“ (wie die Menschen in Ostösterreich – wo ich ursprünglich herkomme – sagen):

Erwarte NICHT, dann wird es passieren …

… und gleich noch ein Tipp dazu: übe dich in Meditation am besten im Freien … in unmittelbarer Naturverbundenheit, zu jeder Jahreszeit (ob nackt im Sommer oder in warme Kleidung gehüllt im Winter … ganz wie du dich wohlfühlst). Diese Geste ebnet dir den Weg, damit wird er weniger beschwerlich bzw. steinig. Die Natur gibt dir die Antworten, die du brauchst. Sie ist immer mit deinem Selbst verbunden. Dazu braucht es keinen Filter wie z.B. ein Dach, das dir den Blick gegen Himmel verwehrt.

Öffnest du dich dem Bewusstsein und dem Selbst wirst du „sehr plötzlich“ eine Vielzahl von Antworten auf deine Fragen erhalten, auch auf Fragen, die du dir vielleicht noch gar nicht gestellt hast (mancher – oder doch eher das Ego? – nennt das dann Erleuchtung).

Wohin führt uns der Weg zum Selbst?

Unser erstes Ziel darf sein: das Vertrauen zu erhalten, um die ersten Schritte auf die Seite zu machen … raus aus dem Hamsterrad, so gemütlich es auch scheinen mag, mit all seinen Annehmlichkeiten. Denn im Hamsterrad führt der Weg weder nach vorne, noch nach oben, du drehst dich einfach nur im Kreis!

Um zum Bild des Tales zu kommen … du kannst den Weg gerne verlassen und etwas höher steigen, dort ist die Aussicht (aka: Sichtweise) einfach besser.

Alles andere ergibt sich, wenn es sein soll!

Ist das alles kein Thema für dich?

Du hast jetzt bis hierher gelesen, doch das Thema spricht dich nicht an, stösst eventuell sogar auf deinen Widerstand?

Auch dann ist es gut, dann ist es für dich nicht an der Zeit, neue Wege zu beschreiten …

… doch diese Zeit wird kommen (so sicher, wie ich gerade diese Zeilen schreibe), achte einfach auf die Zeichen.

Du hast diesen Artikel bis hierher gelesen, das ist schon einmal der Anfang!

Ego an den Lebensquellen

Zu guter Letzt: Was "tun" mit dem Ego?

Nimm es einfach liebevoll in den Arm, lass es spielen, ruhig auch einmal brüllen … beobachte es dabei … lerne aus diesem Spiel, mach deine Erfahrungen … doch lass es nie (mehr) zu deinem Antrieb werden!

Viel Freude beim Erfahren!
Wolfgang Lugmayr
Dipl. Meditations- und Achtsamkeitslehrer, Naturheiltherapeut - an den Lebensquellen

Kontakt

Möchtest du deine Erfahrungen teilen, mir Feedback geben? Brauchst du Unterstützung auf deinem Weg?

Sehr gerne:

Telefonisch: +43 699 1 920 15 88

via E-Mail: wolfgang@lebensquellen.net

Ah ja ...

Noch eine eigene Erfahrung möchte ich mit dir teilen:

Wäre Stillstand meine Aufgabe als Mensch, wäre ich zum Baum geworden. Doch der Baum erfüllt die ihm geschenkte Aufgabe ganz wunderbar, ist verbunden mit Himmel und Erde, mit dem Höheren Selbst, gibt uns Schutz und Kraft … und ich liebe die Bäume dafür.

Doch bin ich Mensch geworden, mit dem mir geschenkten Intellekt, meinen eigenen Aufgaben, Talenten und Möglichkeiten … DAFÜR brauche ICH (in meiner ganzen VIelfalt) persönliche Weiterentwicklung!

Hab Dank, dass du bis hierhier gelesen hast und für das damit verbundene Vertrauen!

Titelbildfotos von Pixabay – Vielen Dank an die Fotografen/innen!