Raus aus der Angst!

von Wolfgang Lugmayr – direkt an der Schreibquelle!

Was ist "Angst"?

Im Google-Wörterbuch findet man dazu „beklemmendes, banges Gefühl, bedroht zu sein„. Angst gilt allgemein – wie Liebe und Schmerz – als ein „Grundgefühl“.

 

Der deutsche Psychologe Fritz Riemann (1902 – 1979) schreibt in seinem Buch, dem Referenzwerk „Die Grundformen der Angst“ gleich zu Beginn:

„Angst gehört unvermeidlich zu unserem Leben. In immer neuen Abwandlungen begleitet sie uns von der Geburt bis zum Tode“.

Ich ergänze dazu:

„Angst ist eine sehr niedrigschwingende Energie im feinstofflichen Bereich des Menschen. Angstzustände sind grobstoffliche Symptome, die darauf aufmerksam machen.“

Aus meinem Buch - "Felix' bewusster Weg" - erschienen 2018 bei Morawa Lesezirkel GmbH

Angst ist unter anderem der Emotion Neid verwandt – ebenfalls niedrigschwingend – mit dem grossen Unterschied, dass uns Angst als Menschen angreifbar und steuerbar macht, während Neid uns eher starrköpfig werden lässt – und Neid macht auch Angst, welch eine vertrackte und beinahe undurchschaubare Situation … wenn dazu dann noch Eifersucht ins Spiel kommt, die ebenso auf Angst basiert (nämlich die Angst vor Verlust), dann wird der Mensch in seinem Verhalten nahezu unkontrollierbar.

 

Aus diesem Grunde waren wissende Herrschende schon immer bestrebt, auf der einen Seite die Angst zu schüren, doch Neid und Eifersucht auf der anderen Seite nicht all zu sehr aufkommen zu lassen. Im Alten Rom wurde diese Vorgehensweise mit dem Modell „Brot & Spiele“ perfektioniert.

 

Auf der einen Seite schürte man Ängste, um die „Plebs“ (die Armen, die sozial Schwächeren) gefügig zu halten, auf der anderen Seite gab man ihnen billiges, zum Teil sogar kostenfreies Getreide und veranstaltete prächtige Gladiatorenkämpfe und Wagenrennen, um für mehr Zufriedenheit zu sorgen … und natürlich auch, um von „höheren“ Problemen in Wirtschaft und Politik abzulenken … man erschlägt sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe.

Wie äußerst sich die Angst?

Zuallererst spüren wir die Angst körperlich, als Symptom, auf „grobstofflicher“ (körperlicher) Ebene: wir schwitzen, zittern, die Knie werden weich, wir bekommen kaum Luft. Wer kennt das nicht? Die „feinstoffliche“ Ebene (unser Energiekörper in Verbindung mit unseren Emotionen) nutzt hier die grobstofflichen Ebene als Projektsfläche – über körperliche Symptome kriegen wir die Angst so richtig mit, dann reagieren wir auch darauf. Und ja … es gibt – wie Fritz Riemann schreibt – unzählige Abwandlungen der Angst und sie äußerst sich – bzw. wir überspielen sie – auf ebenso vielfältige Art, zum Beispiel mit Sarkasmus oder eine bewusste Zurschaustellung von Gleichgültigkeit ihr gegebenüber (1).

 

Sehr auffällig ist auch die sog. „Angstbeißerei“ – nicht nur Tiere beißen oder schlagen aus, wenn sie Angst haben, auch der Mensch beginnt sich auf unterschiedlichste Weise zu wehren, auch wenn ihm dabei oft gar nicht wirklich bewusst ist, dass Angst der Grund dafür ist. Hier stellt man  dann zum Beispiel schon einmal die Verbindung zum „Stress“ her, der per Definition ein eher neuzeitliches Symptom ist und ebenso auf Angst basiert (ebenso die Verlustangst).

 

(1) – Das ist übrigens leicht zu enttarnen, denn echte Gleichgültigkeit stellt sich nicht zur Schau.

Wir kommen nicht ängstlich auf die Welt!

Doch aus meiner persönlichen Erfahrung – und das möchte ich Hrn. Riemann zum Teil entgegenhalten – kann Angst vermieden werden, sie gehört zwar zum Leben, ja, ist hin und wieder auch eine Lernhilfe, doch ist sie als Empfindung nicht unvermeidlich, denn …

 

… wir kommen nicht ängstlich zu Welt, in unserem „Inneren“ sind wir nicht ängstlich, erst äußere Einflüsse machen uns Angst – und DIESE können wir vermeiden – je älter wir werden, desto eher.

 

Es bleibt nur zu hoffen, dass die Angst bis dahin nicht nachhaltig Besitz von uns ergriffen hat … und hier sind jene angesprochen, die sich auf die Fahnen heften, dass sie „erziehen“ oder „ausbilden“ und vor allem jene, die unbewusst oder ganz gezielt Angst verbreiten, als Beispiel möchte ich die Medien nennen.

Angst zu schüren ist einfach!

Dazu möchte ich drei Beispiele bringen:

 

    • Möchte man ein Produkt möglichst gewinnbringend verkaufen, schürt man Mangelängste – vor allem über die Werbung. Wenn man ein Produkt ABC nicht hat, dann ist man nicht „in, cool“, „nicht der/die beste Papa oder Ehemann/Frau“, ja möglichweise ist man sogar in Lebensgefahr … mit einer Prise Neid garniert („der Nachbar hat das Produkt schon und ist jetzt viel glückerlicher und beliebter!“), verkauft sich das Produkt dann noch besser.

 

    • Uns wird ganz lange eingeredet, wie wichtig ein Job für unsere Existenz ist und dann werden wir in permanenter, latenter Angst gehalten, diesen Job zu verlieren („weisst eh, der Wirtschaft geht es nicht so gut, wir alle müssen den Gürtel jetzt enger schnallen!“). Das macht uns gefügig und wir machen vieles mit – mal weniger, doch öfter mehr.

 

    • Uns wird Angst vor Krankheiten gemacht („der Virus und die Epidemie lautert überall!“) und ein bestimmtes Medikament oder Impfung als einzig echtes Mittel dagegen präsentiert.

 

Was bleibt uns also anderes übrig, als zu impfen – um zu überleben? Ja und wenn sich dann einmal jemand Gedanken macht, in Selbstbestimmung z.B. „Nein“ zur Impfung sagt und nach Alternativen sucht, beginnt der soziale Druck … dafür sorgt dann schon die Gesellschaft, die sich bereits in Angst und Panik (eine Resultat von Angst) wiegt und sie fortpflanzt.

Wen trifft die Angst?

Grundsätzlich kann Angst natürlich jede/n treffen – doch aus dem oben beschriebenen Ansatz „Brot und Spiele“ lässt sich schon relativ leicht ein Grundmuster herauslesen. Je niedriger das soziale und gesellschaftliche Niveau, das üblicherweise auf dem Bildungsniveau aufbaut, desto höher die Empfänglichkeit für das Angstschüren. Man hört gerne auf das Außen (die „Experten“), reflektiert aber das Gehörte/Gelesene/Gesehene kaum und missachtet gerne die eigene, innere Stimme – die Intuition, das „Gefühl“ („Ich empfinde es zwar eigentlich anders, doch was der Experte sagt, hört sich logisch an … der kennt sich aus, mach ma es halt so.“).

 

Es baut sich mehr und mehr eine fremdgesteuerte Grundangst auf, das ist jene von Fritz Riemann erwähnte Angst, die uns dann das ganze Leben begleitet … und man sucht „Schuldige“ für die eigene Angst: der „böse Ausländer“, der „gefährliche Virus“, der „reiche Nachbar“, der „mächtige Politiker“

 

… UND ALLE WOLLEN SIE NUR EINES: mir ans Leder!

 

Doch – und das ist eine Tatsache: DU BIST DIESEM „Ausländer„, „Virus„, „Nachbar“ und „Politiker“ vollkommen EGAL, es sind deine Spiegelbilder, Reflektionen und du erhältst darüber eine Aufgabe für dein Leben

 

… diese Sichtweise ist der Beginn für einen Lösungsansatz, deine Angst liebevoll in den Arm zu nehmen und sie damit Schritt für Schritt aufzulösen.

Was ist nun so "schlimm" an dieser Angst?

„Warum sollen wir die Angst überhaupt auflösen?“, wirst du dich vielleicht fragen. Oft hört man ja auch, dass Angst durchaus ein Antrieb sein kann.

 

In meinem ersten Buch „Felix‘ bewusster Weg“ (ISBN 978-3-99084-002-3) schreibe ich über die Angst:

„Energie folgt unserer Aufmerksamkeit. Sind wir gefangen in einer Welt aus Angst, Schuld, Zorn und Neid, werden diese Emotionen auch zu unserem eigenen Antrieb. Aus Schuldgefühlen heraus wollen wir dann helfen, Neid lässt uns mehr „erreichen“, Angst lässt uns Neues beginnen. Doch dieser scheinbare Fortschritt wird nicht nachhaltig sein, wir werden uns auf lange Sicht nicht besser fühlen.“

„Angst frisst die Seele auf“, heisst es auch … Angst macht hysterisch, schizoid, depressiv und zwanghaft.

 

Antrieb ist die Angst nur scheinbar. Sie ist einfach nicht gesund und lässt uns schier unüberwindliche Grenzen aufbauen. Angst nimmt uns vor allem die persönliche Freiheit und führt uns in Abhängigkeiten.

 

Dazu kommen noch die Auswirkungen der „Fortschritte“ in der heutigen Zeit, um auch diese Facette mit einzubeziehen. Das mit dem weiter oben erwähnten Ablenken von „höheren“ Problemen funktioniert nämlich nicht mehr so wie in der Zeit der Römer … zu viel dringt in sozialen Netzwerken und Online-Foren blitzschnell und oft verfälscht an die Öffentlichkeit, zu vernetzt ist die Welt inzwischen.

 

Die „Plebs“ von heute (bitte diese Begrifflichkeit nicht werten zu betrachten) können aufgrund diverser Bildungssysteme zumindest bereits lesen und schreiben, informieren sich hauptsächlich in den – zumindest in der Stadt – allgegenwärtigen „Gratis- und Billigzeitungen“ (mit Inhalten, die oft mehr auf Geltungsdrang und Meinungsmache denn auf Tatsachen beruhen) und dank diverser Billig- oder Gratisaktionen kommen sie auch an Smartphones und damit an Informationen aus dem World Wide Web, die sie dann auf Basis ihres aktuellen Mindests  interpretieren …

 

… das Ergebnis sieht man zum Beispiel aktuell an der grassierenden Corona-Virus-Panik (Anmerkung: es grassiert eigentlich mehr die Panik, denn der Virus) oder auch der Pflichtimpf-Diskussion.

Raus aus der Angst!

Gerade diese aktuelle Corona-Situation – als Symptom – zeigt uns auf, dass unsere Gesellschaft an einem Scheidepunkt angekommen ist. Es wird offensichtlich, wie leicht es geworden ist, Angst und Panik zu verbreiten. Die Atmosphäre der Angst, die uns umgibt, ist wie ein ausgetrockneter Wald, in den ein brennendes Strichholz geworfen wird und zu guter (eher schlechter) Letzt nur verbrannte Erde zurücklassen wird.

Was können wir tun?

Wie bereits erwähnt, tut uns die Angst einfach nicht gut! Sie ist nicht gesund! Nun … es ist die Zeit gekommen, in der wir uns entscheiden dürfen:

 

 

Entweder voller Angst oder doch angstfrei zu leben – und in Freiheit.

 

DIESE ENTSCHEIDUNG NIMMT UNS NIEMAND AB, kein Experte der Welt.

 

Denn der einzige Experte in deinem Leben bist DU! Niemand nimmt dir die Entscheidung ab, ob du mit oder ohne Angst leben möchtest!

 

 

Es sind Cartoons im Umlauf, die auf heitere Art und Weise zeigen, wie ein Mensch die Frage stellt: „Wie kann ich ohne Angst leben?“ und danach als Antwort den Fernseher abdreht … und ja: es ist eigentlich so einfach … dieser Grundgedanke lässt sich weiterentwickeln. Wir können die Verbindung nach „draussen“ so weit kappen, wie wir sie nicht unbedingt brauchen. Nachrichten sind Energie! Sie verbreiten sich nur, wenn man sie liest und teilt. Wenn dich eine Nachricht erreicht, prüfe sie, bevor du sie weitergibst. Was ist die Intention des Verfassers? Hole dir auch andere Sichtweise dazu, aus anderen Quellen – und vor allem: höre auf deine innere Stimme

 

… und hab Vertrauen: die Nachrichten, die dich erreichen sollen und für dich von Relevanz sind, erreichen dich in jedem Fall – oft auf eine Art und Weise, die du nicht für möglich hältst!

 

Mit dieser Vorgehensweise fühlt man sich Schritt für Schritt besser und strahlt das auch aus. Man steckt seine Umwelt an – im positivsten aller Sinne!

Eine Achtsamkeitsübung, um Angst in Liebe umzuwandeln!

Ich gebe dir zusätzlich auch gleich eine kleine Achtsamkeitsübung mit, die unter anderem auf der uralten tibetischen Meditationstechnik „Tonglen“ beruht:

Du umarmst deine Angst, indem du sie in dein Herz aufnimmst, lass die Symptome der Angst ruhig hinein in dein Herz, als Bild, als Text, als Gefühl, als Emotion – ganz wie du möchtest … das Herz kann damit umgehen … und dann umhülle diese Angst damit … mit gleissendem, strahlendem Licht, es kann weiss, gelb, organge oder golden sein, ganz wie es deine Intuition möchte … und löse die Angst damit auf. Wiederhole diese Übung, wenn immer Angst in dir aufsteigt, bleib dran, agiere nachhaltig und habe Geduld …

… jenes helle Licht ist deine Herzensliebe, die Transformator Herz entsteht … und damit transformierst du Angst in LIEBE!

Es beginnt in uns - Liebe nimmt Angst in den Arm!

Wie schreibt Fritz Riemann in seinem Buch auch:

„Es bleibt wohl eine unserer Illusionen, zu glauben, ein Leben ohne Angst leben zu können. Sie gehört zu unserer Existenz und ist eine Spiegelung unserer Abhängigkeiten und des Wissens um unsere Sterblichkeit. Wir können nur versuchen, Gegenkräfte gegen sie zu entwickeln: Mut, Vertrauen, Erkenntnis, Macht, Hoffnung, Demut, Glaube und …. LIEBE.“

Hier empfinde ich Einigkeit mit dem Autor, LIEBE IST DER AUSGLEICH ZU ANGST … daran glaube ich nicht nur, DASS WEISS ICH … aus eigener Erfahrung … grob- und feinstofflich … die Liebe ist der Regen, der auf den brennenden Wald fällt

 

… und „famous last words“ – etwas wichtiges ganz zum Schluß:

 

LIEBE BRAUCHT DIE ANGST NICHT ZU BESIEGEN, denn im Wunsch „jemanden oder etwas zu besiegen“ steckt schon wieder – du wirst es ahnen – nichts anderes als Angst. Darum nehmen wir die Angst in den Arm – in Liebe!

Wolfgang Lugmayr ist Dipl. Meditations- und Achtsamkeitslehrer, Zert. Humanenergetiker, Autor & Impulsgeber und lebt mit seiner Herzens- und Lebenspartnerin Michaela in Schlierbach/OÖ in möglichst grosser Naturverbundenheit. Er ist Teil von ÖBAM – dem Verband für Achtsamkeit und Mindfulness für Österreich/Deutschland Schweiz, BNI (Chapter Donautor/Linz), dem Verband der ganzheitlichen Naturheiltherapeuten in Österreich und dem Meditationsnetzwerk Österreich.

 

Sein neues Buch – „Lebensquellen – die Weisheit eigener Erfahrungen“ erschienen bei Morawa Lesezirkel GmbH, ist über alle gängigen Kanäle online und im Buchhandel erhältlich.

 

Feedback (bzw. Fragen und Anregengen) zu diesem Artikel gerne an: wolfgang@lebensquellen.net